Freitag, 10. Oktober 2008

Herbstwandern…

Am Montag habe ich das fantastische Wetter genutzt und meine lang vorgenommene Wanderung zum Omberg gemacht (ich hatte auf der Broschüre ein Herbstbild gesehen und wusste dann das ich mal da rumlaufen muss, sobald es bunt wird). Obwohl lang vorgenommen, war es Recht kurzfristig, sodass nicht mal Zeit zum Ticketkauf blieb…
Warum ich das erwähne!?: Hier im Östergötland hat man die Lehren aus einigen Busüberfällen gezogen und die Betreibergesellschaft hat deshalb angewiesen möglichst wenig Bargeld mitzuführen. Wer dennoch Bar bezahlen muss, der darf 20 SEK Gebühr entrichten – bei Ticketpreisen von teilweise 10 SEK schlägt das überproportional zu Buche…
Alternativ kann man noch per Handy(!!!) oder per Guthabenkarte bezahlen.
So um zurück zu kommen zum Omberg:
Um 7h brachen Daniel – ein Mitkommilitone aus Magdeburg – und ich Richtung Westen an die Küste des Vättern auf.
Der Omberg ist eigentlich kein wirklicher Berg sondern vielmehr versteht man darunter das ganze Gebiet zwischen Borghamn und Ödeshog (Also nicht wundern wenn der „Berg“ mehrere Gipfel hat). Er ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit und einer seiner Gipfel – der Hjässen - ist der höchste Berg in dieser Gegend, sodass man natürlich einen tollen Überblick hat.
Aber dazu später mehr.
Der Berg ist aber seit seiner frühesten Besiedlung (Steinzeit, ca. 2000 v.Chr.) immer wieder ein Anziehungspunkt für Mythen und Mittelpunkt der Geschichte in diesem Gebiet:
Der Mythos rührt von seiner Höhe wie auch seinen Klippen und steilen Hängen - die immer wieder die Fantasie der Menschen anregten. So kämpften hier oben die Götter und ihre Nachfahren wandern heute noch als Nebel über den See.
Während der Völkerwanderungszeit (5/6. Jahrhundert) wurden drei Gipfel des Ombergs für Fluchtburgen genutzt. Im 12ten Jhd. siedelten die Könige am Omberg und nutzten ihn als Jagdgebiet, während gleichzeitig das Kloster „Alvestra“ an seinem Südhang errichtet wurde. Im 16. Jhd., während der Reformation, wurde es allerdings zerstört. Im 18./19. Jhd. wurde der Omberg stark forstwirtschaftlich genutzt, aber teilweise schon früh unter Naturschutz gestellt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er zum „Ökopark“. D.h. der Grundeigner Sveaskog (im Übrigen Besitzer von 15% des schwedischen Waldes und gleichzeitig das Unternehmen welches aus der staatlichen Forstverwaltung hervorging) stellte das gesamte Gebiet quasi unter Naturschutz und betreibt nun ökologische Korrektur am Berg. Sprich Teile des Waldes werden entfernt und wieder mit ursprünglichem Mischwald aufgeforstet – das sieht teilweise sehr interessant aus, wenn nur noch einige bestimmte Bäume in einem fast leeren Waldgebiet stehen. Durch die intensive Forstwirtschaft ist der Berg hervorragend erschlossen und man kann auch bis vor die Haustür fahren…
Aber so leicht wollten wir uns das nicht machen, sodass wir nördlich in Borghamn ausstiegen und nach Süden – entlang der Küste wandern wollten. Unterm Strich waren es dann so 20km - aber um es vorweg zu nehmen: einfach herrlich.
Die Wege waren teilweise sehr gut bis sehr schlecht – und Recht steil. Aber seht selbst:



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