
Ja...das könnte Island sein - aber es war doch etwas weiter südöstlich.
Dominik - ein Freund aus München und ich - brachen diesen Montag zu einer kleinen Städtetour auf:
Auf dem Programm standen Göteborg und Oslo.
Beide Städte liegen an der Nordsee und sind verhältnismäßig groß.
Los ging es am Montagmorgen um 7h mit dem Bus (wir legten - um es vorweg zu nehmen - 660km mit dem Bus sowie 330km mit dem Zug zurück - nicht einberechnet die Strecken mit den Bussen und Bahnen in den Stadtverkehren.;))
Vllt. fragt ihre auch weshalb wir den Bus nahmen:
Der Überlandbusverkehr hier in Schweden ist sehr dicht (stündliche Abfahrten) und ca. genauso schnell wie der Zug. Zudem ist er preislich recht günstig (haben jeweils rund 18 Euro für die Verbindungen Linköping - Göteborg sowie Göteborg – Oslo bezahlt).
Vor allem war es deshalb günstiger, weil wir relativ spät gebucht haben und dadurch das Bahnticket immer teurer wird (Buchungsystem wie beim Flugzeug).
Also fuhren wir mit dem „Swebus“ durch die Pampa - dieser Ausdruck ist absolut zutreffend!: 3 Stopps und dabei teilweise 100km durch schwedisches Unterholz ohne eine Ortschaft (oder etwas ähnliches welchen diesen Begriff verdient gehabt hätte) zu sehen...
Dabei durften wir amerikanisches Highwayfeeling versprühen: 20m Abstand zwischen den Fahrspuren und kaum Verkehr…
So wenig Verkehr, dass die Bauarbeiter, welche die Strecken winterfest ausbessern, es sich einfach mal erlauben können den Verkehr auszubremsen. D.h die Baustellen gleichen einem Hindernisparcours: 2-3 Baustellenanhänger stehen versetzt auf der rechten und linken Fahrbahn – und so dicht, dass der Bus hier auf 20-30km/h mitten auf der Autobahn abbremsen muss und so unser Busfahrer sein ganzes Können zeigen muss. War quasi ein Elchtest für Busse und LKWs :D
Nach 4h Fahrt begrüßte uns Göteborg mit Regen. Nachdem wir in der Jugendherberge (die recht nett war, weil sauber und absolut leer) eingecheckt hatten erkundeten wir etwas die Umgebung:
Am nächsten Tag wurde es dann nochmals schlechter Wetter, aber wir nutzten die wenigen schönen Augenblicke bei denen es nicht regnete, um die Aussicht zu genießen:
Abends bekamen wir dann noch en weiteren Deutschen auf unser 8ter Zimmer (davor mussten wir mit niemand teilen). Allerdings war es sehr witzig mit dem ehemaligen Austauschstudent der RWTH Aachen die Erfahrungen abzugleichen.
Am nächsten Tag um 11h ging es weiter nach Oslo. Göteborg verabschiedete uns mit schönstem Wetter - welch gemeine Stadt!
Weiter ging es entlang der Küste und der sich dabei langsam ankündigenden Fjordlandschaft.
Und mittendrin - 12h mittags - sahen wir den ersten Schnee. Aber nicht auf dem Berg! Auf der Straße – einige dichte Wolken sorgten für einige Minuten für Schnee bevor die Sonne wieder schien und alles abschmolz.
Und dann der erste Blick auf Oslo:
Nachdem wir am Busterminal abgesetzt wurden ging es ans suchen...und wir stellten dabei fest, dass Oslo miserabel ausgeschildert ist (ein richtiges Labyrinth). Nach einer Stunde fanden wir das Anker Hostel - unsere Behausung für zwei Nächte - und nicht nur für uns: im Gegensatz zu Göteborg ist das „Anker Hostel“ das einzige Hostel mit annehmbaren Preisen in Oslo und wegen seiner super Lage (5min in die Innenstadt) DIE Anlaufstelle für viele Rucksacktouristen.
Das angenehme Wetter nutzten wir sogleich um Oslo zu erkunden:
Am Abend lernten wir dann noch zwei weitere Deutsche - und zugleich unsere Mitbewohner - kennen. Einer war - wie Tags zuvor - von der RWTH Aachen (arbeiten die nix oder was?)
Die beiden waren auf Mehrtagestour im Fjell (so werden die skandinavischen Hochebenen ohne Baumwuchs genannt) und legten noch einige Tage in Oslo ein - dabei mussten sie sogar noch einen Tag auf dem verlassenen Campingplatz in Oslo übernachten weil das Anker Hostel schon voll war...(abends stieß dann noch ein Spanier dazu).
Am nächsten Tag war es wieder trüb :(...das hinderte uns aber nicht weiter herumzulaufen.
Dabei lernten wir kennen warum Oslo nun mehr die teuerste Stadt Europas ist (vor der Finanzkrise war es noch Reykjavik ;)). Um das mal mit dem 'Burger Vergleich' der Universität Stanford zu beschreiben:
McDonalds Cheeseburger in Deutschland: 1 Euro
McDonalds Cheeseburger in Oslo: ca. 2 Euro!!! (natürlich gleiche Portion). Die enorme Kaufkraft des Durchschnittsgehaltes von 60.000 Euro (!!!) wird dadurch natürlich schnell aufgefressen.
Am Freitag ging es dann schon wieder heim. Wir besuchten noch das Militärmuseum und verwendeten die letzte Fahrt welche mit der Streifenkarte übrig war, um zu besagten Campingplatz hoch über der Stadt zu fahren, um noch einmal einen wunderschönen Ausblick über Oslo genießen zu können.
Die Rückfahrt mit dem Zug war allerdings nicht problemlos. Wie vielleicht der ein oder andere schon gemerkt hat (hehe) war der Busanteil doch recht hoch für die beschriebene Route: In Göteborg hatten wir schon festgestellt, dass auf unserem Zugtickets „Buss“ (kein Schreibfehler, sondern norwegisch für Bus ;)) stand. Nach mehrmaligen anfragen bekamen wir die Aussage, dass ein Teil der Strecke vom Schienenersatzverkehr bedient wird...aber der Bus fuhr nicht vom Oslo-Busterminal ab sondern auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs - direkt am äußersten Bahnsteig-, wir hatten glücklicherweise das frühzeitig erfahren, sonst hätten wir Hetzen müssen…
„Zug“ fahren war dann auch witzig und führte zu einer kleinen Odyssee:
Die Busse mussten sich durch den Osloer Feierabendverkehr kämpfen, sodass der Zug erst mit 20min Verspätung von Kongsvinger (muss man nicht kennen! Ist aber so etwa hinterm Mond gleich rechts...) abfahren konnten.
Nachdem wir in dem vollen Zug einen Platz gefunden hatten – was im Übrigen etwas „schwierig war…Warum? Naja, die Schweden reservieren grundsätzlich ihre Plätze und man sieht im Gegensatz zu Deutschland nicht welche Plätze den nun reserviert sind oder eben nicht…aber wir hatten Glück und mussten nur am Anfang kurz um sitzen. Der Zug rollte nun durch endlose Wälder und durch die aufbrechende Nacht gen Osten. Die Stille im Zug wurde nur von der Zugbegleiterin gestört, die neben den 4 Stopps (auf 332km) immer die aktuelle Verspätung durchgab und bei mir den Eindruck hinterließ, dass die Schwedische Eisenbahn noch schlimmer bei Verspätungen ist, als ihr deutsches Pendant. In Katrineholm (liegt NordÖSTLICH) von Linköping) hätten wir 40min Aufenthalt gehabt. Aber der Konjunktiv deutet ja schon an, dass wir tatsächlich den Anschlusszug verpassten. An dieser Stelle scheinen die Schweden aber etwas besser organisiert zu sein (was vllt. an den weitreichenden Entschädigungen bei Verspätungen liegt). Am Bahnhof wartete bereits ein Bus um uns sogleich nach Linköping zu karren. Letztendlich hatten wir dann eine Stunde Verspätung.
So, schön waren die 5 Tage aber ich freute mich auf mein eigenes Bett
Tobi






